Samstag, 3. Oktober 2020

[Books] Jana Taysen - Wir Verlorenen

 

[Books] Jana Taysen - Wir Verlorenen


*Werbung / Rezensionsexemplar: Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos von NetGalley und Kirschbuch zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 


Über das Buch


Titel: Wir Verlorenen Autor: Jana Taysen Verlag: Kirschbuch Verlag |
Preis: 6,99€ Genre: Roman, Dystopie Format: eBook Seitenanzahl: 327 
ISBN: 978-3-948-73607-1 Original Erscheinungsdatum: 2020 |

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Ähnliche Bücher: Das Licht der letzten Tage (Emily St. John Mandel); Infiziert (Teri Terry); The Stand - Das letzte Gefecht (Stephen King)

Smilla führt mit ihrer kleinen Schwester Jera ein tristes Leben in der Eifel. Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es seit einer verheerenden Pandemie nicht mehr. Wo vorher Gesetze und Ordnung herrschten, treibt nun der grausame Clan der Verlorenen Jungs sein Unwesen. Smilla weiß, dass es in dieser Welt keinen Platz für Liebe und Glück mehr gibt. Bis sie ihren einstigen Nachbarn Falk wiedertrifft... Doch dann gerät Smilla selbst in eine Spirale aus Verrat und Lügen, die sie an allem zweifeln lässt, woran sie noch glaubte. Wem kann sie noch vertrauen, wenn es um das eigene Überleben geht? Und welche zwielichtige Rolle spielt Falk bei all den Ereignissen?


Erster Satz

"Smilla lag im Laub unten am See und dachte darüber nach, warum sie es schon wieder getan hatte."


Autorin


"Jana Taysen wurde 1992 in Hagen geboren und lebt mit Freund und Hund im abenteuerlichen Köln. Dort arbeitet sie in einem Marktforschungsinstitut. Zuvor studierte sie English Studies und Medienwissenschaften im Bachelor und Markt- und Medienforschung im Master. Das Schreiben war schon von klein auf ein wichtiger Teil von Janas Leben und eine ihrer liebsten Freizeitbeschäftigungen. Sie liebt es, neue Welten und Charaktere zu erschaffen und selbst ganz und gar in die Geschichten abzutauchen."


Cover und Titel


Das weiß-blaue Cover zeigt eine goldene Pusteblume, die im Wind verweht. Es wirkt sehr schön, irgendwie elegant - und fast zu schön für eine Dystopie. Allerdings hat mich das Cover auch auf das Buch aufmerksam gemacht, also hat es wohl seinen Zweck erfüllt :) Der Titel passt hingegen sehr gut zum Inhalt. 


Meine Meinung

Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war: eine Pandemie, der ein großer Teil der Menschheit zum Opfer gefallen ist, hat Gesetz und Ordnung durch Chaos ersetzt. Smilla und ihre kleine Schwester haben überlebt und kämpfen sich nun durch eine Welt, in der man niemandem mehr trauen kann. Doch der Überlebenskampf wird immer schwieriger, das Essen immer knapper, warme Kleidung immer seltener - und die anderen Menschen immer gefährlicher. Als Smilla ihrem ehemaligen Nachbarn Falk begegnet ist sie hin- und hergerissen. Auf der einen Seite fühlt sie sich zu ihm hingezogen, auf der anderen Seite weiß sie nicht, ob sie ihm trauen kann. Was, wenn er sie verrät? Dann bringt er nicht nur sie, sondern auch ihre Schwester in tödliche Gefahr...


„Man hatte die Möglichkeit, so schnell an unendlich viele Informationen zu gelangen. Man hatte immer vor Augen, was es in der Welt alles gibt - wo man überall hinreise könnte, für was man sich alles begeistern und stark machen könnte, was man nicht alles Tlles lernen könnte. Aber das hat doch eigentlich nur Druck aufgebaut. Wer viele Möglichkeiten hat, muss auch viele Entscheidungen treffen. Und gleichzeitig hat man sich immer gefragt, ob die Entscheidungen auch die richtigen waren. Dazu kommt, dass andere von einem erwartet haben, dass man die unzähligen Möglichkeiten, die sich einem bieten, auch nutzt.."
pos. 1360


Die Autorin schreibt flüssig, angenehm und sehr bildlich. Ihre Sätze sind relativ kurz, aber prägnant und sie beschreibt insbesondere die Gefühle der Charaktere sehr nachvollziehbar. Auch das Setting und die Story sind greifbar - vor allem natürlich auch durch die Aktualität des Themas - und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten, sind also nicht eindimensional, insbesondere Falk hat völlig verschiedene Seiten, die nicht so recht zusammenpassen wollen - was besonders spannend zu verfolgen war. Smilla fand ich größtenteils sehr sympathisch, manchmal auch etwas naiv, aber nicht so sehr, als dass ich es unglaubwürdig gefunden hätte. Sie trägt viel Verantwortung für ihre Schwester, schafft es aber trotzdem, neugierig und hoffnungsvoll zu bleiben. Auch von den anderen Charakteren erfährt man einiges. 


„Wie gerne wäre sie länger geblieben. Wie gerne wäre sie für immer dort geblieben. Aber ihre Wunde hatte sie daran erinnert, dass es kein für immer gab. Vielleicht gab es nicht einmal ein Morgen."
pos. 2516


Die Story ist ein eine Dystopie, die aktueller kaum sein könnte. Es geht um Anarchie, Moral, Loyalität, Verrat, innere Konflikte, Liebe, Angst und die Frage, wie weit man gehen würde, um zu überleben. Das Buch regt zum Nachdenken an, es ist nachvollziehbar und menschlich - Smillas Seite ebenso wie die von Falk, zumindest zum größten Teil. Und genau deshalb stellt man sich als Leser ein ums andere Mal die Frage: Was würde ich in dieser Situation tun? Wie weit würde ich gehen, um zu Überleben? Oder um die zu schützen, die ich liebe? 


„Ich kann mit den Dingen leben, die ich getan habe, um zu überleben. Kannst du es?"
pos. 4121


Das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen - der, wie vor kurzem vom Verlag bestätigt wurde, im Herbst 2021 erscheinen wird. 

„Doch gab es überhaupt gut und böse, falsch und richtig, wenn man verzweifelt war, wenn man um sein Leben kämpfte?"
pos. 4556


Fazit


Aktueller denn je, packend, spannend und absolut lesenswert! Am Anfang zog sich das Buch ein ganz kleines bisschen in die Länge, aber dann konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen! Ich bin gespannt, wie es mit Smilla, Falk und den anderen weitergeht!



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