Freitag, 29. November 2019

[Film Friday] Der verlorene Sohn - Die Wahrheit kann nicht bekehrt werden

[Film Friday] Der verlorene Sohn - Die Wahrheit kann nicht bekehrt werden


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Allgemein

TitelDer verlorene Sohn - Die Wahrheit kann nicht bekehrt werden
OriginaltitelBoy Erased
Erscheinungsjahr2018
DrehbuchJoel Edgerton
RegieJoel Edgerton
Nach den Memoiren von: Garrard Conley
FilmproduktionUniversal 
Laufzeitca. 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Darsteller: Lucas Hedges, Nicole Kidman, Russell Crowe
Musik: Danny Bensi, Saunder Jurriaans
Bonusmaterial: Entfallene und erweiterte Szenen, Featurettes
Sonstiges: Basierend auf einer wahren Geschichte
Genre: Drama
Ähnliche Filme: Call Me By Your Name, Love Simon, Ben is Back

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Worum geht's

"Jared wächst in einer Baptistenprediger-Familie in einer bibeltreuen Kleinstadt der amerikanischen Südstaaten auf. Als seine strenggläubigen Eltern von der Homosexualität ihres Sohnes erfahren, drängen sie ihn zur Teilnahme an einer fragwürdigen Reparativtherapie. Vor die Wahl gestellt, entweder seine Identität oder seine Familie und seinen Glauben zu riskieren, lässt Jared sich notgedrungen auf das entwürdigende und unmenschliche Umerziehungsprogramm ein. Trotz der psychischen Misshandlungen durch den radikalen Campleiter beginnt Jared, seine eigene Stimme zu finden und sein wahres Selbst zu akzeptieren. "



Zitate


"Jared, Gott wird dich nicht lieben, so wie du im Augenblick bist."

"Wer will den Dämon austreiben?"

"Durch Schein zum Sein. Spiel ihr Spiel! Außer du glaubst wirklich, dass du dich ändern kannst. Falls du das überhaupt willst."

"Ich liebe Gott. Und ich liebe meinen Sohn. Für deinen Vater ist es etwas komplizierter."



Meine Meinung

Jared ist eigentlich ein ganz normaler Junge: er liebt seine Eltern, geht mit ihnen zur Kirche und will aufs College. Doch dort geschieht etwas, was ihm klar macht, dass vielleicht doch nicht alles so ist, wie es scheint... Jared muss sich selbst - und seinen Eltern eingestehen, dass er schwul ist. Die schicken ihn in ein Umerziehungsprogramm, in dem Victor Skyes Jugendliche mittels Konversionstherapie umpolen und wieder "normal" machen will. Doch je länger Jared dort ist, umso klarer wird ihm, dass er nicht umerzogen werden kann - und dass er auch nicht möchte. Doch kann er das auch seinen Eltern klar machen? 

Eine Story, die leider so erschreckend wie real ist. Dass es solche Camps wirklich gibt ist furchtbar und schwer vorstellbar - allerdings habe ich selbst miterlebt, wie ablehnend Eltern reagieren können, wenn ihre Kinder sich outen, also kann ich es mir leider doch irgendwie vorstellen... Der Film zeigt, wie der Alltag in solchen Zentren aussieht: Gebete, Gehirnwäsche, Dämonenaustreibungen - Anderssein wird nicht toleriert. Der Film ist tief berührend, emotional, schön, schmerzhaft, lustig, traurig, schockierend - und er macht mich unglaublich wütend. Denn obwohl Jared so viel durchmachen musste, gehört er noch zu den Glücklicheren, da immerhin seine Mutter ihren Fehler einsieht und ihn dann unterstützt und ihn aus dieser Anstalt - oder sollte ich Gefängnis sagen? - rausholt. Aber all die anderen, die niemanden haben, der für sie einsteht? Und noch schlimmer ist es, wenn man daran denkt, dass es immer noch - einige Jahre nach der Handlung des Filmes - Menschen gibt, die glauben, man könnte einen Menschen umpolen und dass Homosexualität falsch sei. Wann ist die Menschheit endlich soweit, zu akzeptieren, dass Liebe nicht falsch sein kann, wenn sie auf Gegenseitigkeit beruht?

Lucas Hedges ist in der Rolle von Jared einfach nur brillant! In Ben is Back fehlte mir seine Ausdrucksweise und Emotionalität, hier hingegen ist er hervorragend und durchgehend authentisch. Jede einzelne Minute konnte ich mit ihm mitfühlen - sowohl die, in denen er verzweifelt versucht, sich zu ändern, als auch die, in denen er zu sich selbst findet, sich anerkennt und für sich und sein Schicksal kämpft. Er spielt den Jungen in seiner Wut, Zerrissenheit, Verlorenheit und seinem Schmerz wirklich großartig. Auch die anderen Schauspieler konnten durchweg überzeugen und sind teilweise erschreckend authentisch. 

Ein Film über Liebe und Glaube, Familie, Selbstfindung, Stärke und dem Kampf man selbst zu sein. 



Fazit

Ein toller - und wichtiger - Film über Homosexualität und eine Familie, die versucht, den Sohn umzupolen. Ein starker Hauptdarsteller, der in jeder Sekunde authentisch wirkt und den Film zu etwas Besonderem macht. Erschreckend real, berührend, schmerzhaft, aber auch schön und mutmachend. Unbedingt ansehen!




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