Samstag, 6. Juni 2020

[Books] Oyinkan Braithwaite - Meine Schwester, die Serienmörderin

[Books] Oyinkan Braithwaite - Meine Schwester, die Serienmörderin


*Werbung / Rezensionsexemplar: Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos von NetGalley und Aufbau zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 

Über das Buch



Titel: Meine Schwester, die Serienmörderin Originaltitel: My Sister, the Serial Killer Autor: Oyinkan Braithwaite Übersetzer: Yasemin Dinçer | 
Verlag: Aufbau Blumenbar 
Preis: 14,99€ Genre: Krimi, Thriller, Drama Format: eBook Seitenanzahl: 240 
ISBN: 978-3-8412-1898-8 Original Erscheinungsdatum: 2017 Deutsches Erscheinungsdatum: 2020 |

Hier kaufen als Buch oder EBook 


Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ayoola ist das Lieblingskind, unglaublich schön - und sie hat die Angewohnheit, ihre Männer umzubringen. Korede ist eher praktisch veranlagt und dafür zuständig hinter ihrer Schwester aufzuräumen: die Krankenschwester kennt die besten Tricks, um Blut zu entfernen, und ihr Kofferraum ist groß genug für eine Leiche. Dann verknallt sich natürlich auch Tade in Ayoola, der hübsche Arzt aus dem Krankenhaus, der doch eigentlich für Korede bestimmt ist. Jetzt muss die sich fragen, wie gefährlich ihre Schwester wirklich ist - und wen sie hier eigentlich vor wem beschützt.
         

Erster Satz


"Ayoola ruft mich mit diesen Worten herbei: Korede, ich habe ihn umgebracht. Ich hatte gehofft, diese Worte nie wieder zu hören."



Autor


"Oyinkan Braithwaite hat Kreatives Schreiben und Jura in Kingston studiert, in einem nigerianischen Verlag und in einer Produktionsfirma gearbeitet. Heute ist sie als freie Autorin tötig Sie war nominiert für den Commenwealth Short Story Preis und ihr Debütroman Meine Schwester, die Serienkillerin war ein fulminanter Erfolg in der englischsprachigen Welt und hat den Los Angeles Times Book Prize gewonnen. Sie lebt in Lagos, Nigeria."



Cover und Titel


Das Cover fällt einerseits durch den dunklen, fast schwarzen Hintergrund auf, sowie durch die neongrüne Umrandung und Schrift, die beinahe zu leuchten scheint. Zu sehen ist außerdem eine schwarze Frau mit Sonnenbrille und einem Tuch, das die Haare verbirgt, sie stellt vermutlich Ayoola dar. Das Cover ist auf jeden Fall auffällig und macht neugierig, außerdem passt es recht gut zum Inhalt des Buches. Der Titel passt natürlich hervorragend.



Meine Meinung


Ayoola und Korede sind Schwestern, doch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Während die jüngere Ayoola von allen geliebt und bewundert wird, wunderschön ist und ihre Liebhaber umbringt, ist Korede eher unscheinbar, pflichtbewusst und sorgt dafür, dass niemand die Leichen der Männer findet. Irgendwie scheinen die beiden eine stille Übereinkunft darüber getroffen zu haben, dass sie über das Geschehene schweigen - bis Ayoola ausgerechnet mit Tade ausgeht, dem Arzt, mit dem Korede zusammenarbeitet und in den sie selbst verliebt ist. Plötzlich stellt sie sich die Frage, ob all diese Toten wirklich in Notwehr geschehen sind, wie Ayoola behauptet hat, oder doch mehr waren und ob sie zulassen kann, dass Tade dasselbe Schicksal erleidet. Aber kann sie dafür ihre Schwester verraten? 



„Einen Körper zu beseitigen dauert wesentlich länger als eine Seele umzubringen, insbesondere wenn man keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen hinterlassen will."
pos. 162


Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen, wenn auch sehr nüchtern. Die Handlung ist in kurze Kapitel aufgeteilt, wodurch die Handlung nur so dahinzufliegen scheint. Korede erzählt in der Ich-Perspektive von den aktuellen Geschehnissen als "persönliche Tatortreinigerin" und in Rückblenden von der Vergangenheit und wirkt dabei recht emotionslos, wodurch man als Leser keine richtige Sympathie entwickelt, weder für Korede, noch für Ayoola, Tade oder die Opfer. Ein bisschen mehr Emotionen hätte ich mir beim Lesen gewünscht, ebenso wie einen Einblick in die Gedanken von Ayoola. 



„Er nahm uns nur selten in Augenschein, und wenn er es tat, endete es niemals gut."
pos 2019


Eine Geschichte mit finsterem, trockenen Humor, etwas makaber, skurril, manchmal böse, manchmal auch recht locker und leicht - eine gelungene Mischung, die aber sicherlich nicht jedem Gefallen wird, denn der Humor ist durchaus eigen. In Meine Schwester, die Serienmörderin ist Mord nicht ganz so schlimm, die Leichen werden gekonnt entsorgt, die Tatorte klinisch rein gesäubert und die Mörderin geschützt - makaber, aber gerade deswegen irgendwie grandios.



„Es regnete die Art von Regen, der Regenschirme zerstört und einen Regenmantel nutzlos machte."
pos. 1690


Ist es ein Thriller? Ein Krimi? Ein Familiendrama? Ein feministisches Plädoyer? Irgendwie von allem ein bisschen. Auch wenn man weiß, wer die Mörderin ist, wer die Komplizin und wer das Opfer, so ist die Story trotzdem interessant und spannend, weil man wissen will, wie es weiter geht, wie sich Korede entscheiden wird - wie weit wird ihre schwesterliche Bindung, ihre Liebe gehen? Gleichzeitig erfährt man auch viel über die Frauenfeindlichkeit in Nigeria und ein bisschen über das Leben und die Kultur - hier hätte es aber gerne noch etwas mehr sein dürfen. 



Fazit


Eine Mischung aus Krimi, Thriller, Familiendrama und feministischem Plädoyer, die spannend, interessant, makaber und bitterböse ist. Die Art des Humors ist trocken und etwas skurril und sicher nicht für jeden. Ich hätte jedoch gerne etwas mehr Emotionen gehabt und mehr über Ayoolas Gedanken und Gefühle, sowie über das nigerianische Leben, die Kultur und die Frauenfeindlichkeit erfahren. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Kommentieren stimme ich der Datenschutzerklärung unter https://lucciola-test.blogspot.de/p/datenschutzerklarung.html zu.

Printfriendly