Samstag, 17. Juni 2017

[Books] Patrick Rothfuss - Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik Erster Tag


[Books] Patrick Rothfuss - Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik Erster Tag



Über das Buch


Titel: Der Name des Windes 
Originaltitel: The Name of the Wind. The Kingkiller Chronicle: Day One 
Autor: Patrick Rothfuss Übersetzer: Jochen Schwarzer 
Verlag: Klett.Cotta Hobbit-Presse 
Reihe: Die Königsmörder-Chronik, Teil 1/3 |
Preis: 24,95€ Genre: Fantasy Format: Gebunden Seitenanzahl: 860 
ISBN: 978-3-608-93815-9 Original Erscheinungsdatum: 2007 Deutsches Erscheinungsdatum: 2008 |
Hier kaufen als BuchEBook oder Hörbuch



"Vielleicht habt ihr von mir gehört" ... von Kvothe, dem für die Magie begabten Sohn fahrender Spielleute. Das Lager seine Truppe findet er verwüstet, die Mutter und den Vater tot - "Sie haben einfach die falschen Lieder gesungen". Wer abre sind diese Chandrian, die weißglänzenden, schleichenden Mörder seiner Familie? Um ihnen auf die Spur zu kommen, riskiert Kvothe alles. In der Hafenstadt Tarbean schlägt er sich als Betteljunge durch, bis er als jüngster Schüler auf das Arkanum, die Universität für hohe Magie, aufgenommen wird. Vom Namenszauber, der ihn als Kind fast das Leben gekostet hätte, erhofft sich Kvothe die Macht, das Geheimnis der gefährlichen Dämonen aufzudecken. Im Mittelpunkt der Königsmörder-Chronik steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen ... und ein schüchterner Liebhaber.


Erster Satz




"Es war wieder Abend geworden."

Autor



Patrick Rothfuss, geboren 1973 in Wisconsin, unterrichtet als Englsich-Dozent am Stevens Point College in Wisconsin. Er selbst studierte lange Jahre verschiedene Fächer, bevor er, um der drohenden Exmatrikulation zu entgehen, seinen Abschluss in Englisch machte. Mit Der Name des Windes legt Patrick Rothfuss den ersten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie vor, der in den USA bei Kritikern und Fantasylesern begeistert aufgenommen wurde und schon bald einen der vorderen Plätzen in der New York Times Bestsellerliste belegte. 



Cover und Titel



Das Cover wirkt typisch Fantasy und ist insgesamt nicht allzu besonders. Man sieht eine schemenhafte Gestalt in einem langen Umhang und den Titel, der über ihm schwebt. Titel und Cover passen durchaus zum Inhalt des Buches, jedoch hätte ich mir zumindest vom Cover etwas mehr erhofft. 



Meine Meinung


Kvothe ist eine Legende. Er gilt als der berühmteste Magier seiner Zeit. Und doch nennt er sich nicht mehr Kvothe. Und anstatt zu zaubern lebt er als Gastwirt unter dem Namen Kote in einem kleinen Dorf. Niemand weiß, wer er wirklich ist - niemand außer Bast, seinem treuen Gefährten. Und dem Chronisten, der eines Tages im Wirtshaus auftaucht und seine Geschichte aufschreiben will. Und so muss Kvothe erneut seine Vergangenheit durchleben und Stück für Stück kommt heraus, was Kvothe durchmachen musste, um zum größten Magier seiner Zeit zu werden - und was ihn in dieses Wirtshaus geführt hat. Doch bis dahin ist es eine lange Geschichte...


„Der Herbst ist die richtige Zeit. Im Herbst ist alles müde und bereit zu sterben."
S. 51


Das Buch ist als Geschichte innerhalb einer Geschichte aufgebaut. Kvothe erzählt in seinem Wirtshaus seine eigene Geschichte - das ist die Gegenwart. Die anderen Kapitel sind die erzählte Geschichte - also Kvothes Vergangenheit. Der Autor nutzt dabei einen Schreibstil, der einen denken lässt, man würde tatsächlich in diesem Wirtshaus sitzen und Kvothe lauschen. Er lässt den Protagonisten abschweifen, plaudern und fabulieren, und erzählt dabei in einer bild- und wortgewaltigen Sprache. 
Dadurch hat das Buch aber auch durchaus seine Längen. Es handelt sich hierbei um eine Lebensgeschichte, die sehr detailliert erzählt wird, und neben faszinierenden und interessanten Abschnitten auch durchaus langweilige oder sich wiederholende Phasen hat. Es ist somit kein temporeiches Fantasyabenteuer, bei dem sich immer mehr Spannung aufbaut. 



„Die großartigste Fähigkeit des menschlichen Geistes ist vielleicht die, mit Schmerzen fertig zu werden. Die klassische Philosophie spricht hier von den vier Pforten des Geistes, die man durchschreiten kann. Die erste Pforte ist die des Schlafs. Der Schlaf bietet uns Zuflucht vor der Welt und all ihrem Leid [...]. Die zweite Pforte ist die des Vergessens. Manche Wunden sind zu tief, um wieder verheilen zu können, oder zumindest zu tief für eine schnelle Heilung. [...] Die dritte Pforte ist die des Wahnsinns. Manchmal erhält der Geist einen so verheerenden Schlag, dass er sich in den Wahnsinn flüchtet. [...] Die vierte und letzte Pforte ist die des Todes. Der letzte Ausweg. "
S. 168


Gerade zu Beginn des Buches tat ich mir unglaublich schwer, in die Geschichte reinzufinden. Es war mir einfach komplett zu langatmig und insgesamt auch nicht spannend und abwechslungsreich genug. Erst nach 200 - 300 Seiten konnte ich mich langsam mit der Story, der Erzählweise und den Charakteren anfreunden und erst ab da wollte ich auch wissen, wie es weiter geht. Davor war ich sogar zeitweise kurz davor, das Buch abzubrechen und beiseite zu legen... Und das kommt bei mir so gut wie nie vor!

Danach wurde es deutlich besser, jedoch passiert immer noch nicht allzu viel. Bei mir wurde nur schlichtweg die Neugier geweckt und ich wollte wissen, was mit Kvothe und seinen Freunden geschieht und ob er die Chandrian jemals findet. Aber auch hier gibt es noch viele Längen und insgesamt ist die Story häufig sehr eintönig und nicht allzu spannend. Insgesamt war ich auch etwas froh, das Buch endlich beendet zu haben, um mit etwas anderem anfangen zu können. Ich werde sicherlich auch die anderen Bände lesen und hoffe, dass diese spannender und vielseitiger werden, aber erst einmal brauche ich dazwischen ein paar Bücher, die etwas "leichter" zu lesen sind und mehr Spaß machen. Denn obwohl mir das Buch gegen Ende hin doch recht gut gefallen hat, so viel es mir dennoch schwierig, am Ball zu bleiben... 


„Der Tag, an dem wir beginnen, uns Gedanken über die Zukunft zu machen, ist der Tag, an dem wir unsere Kindheit hinter uns lassen."



S. 114

Der Sprachstil hingegen ist wirklich wundervoll. Der Autor kann wundervoll schreiben und besitzt die Gabe, sehr gut zu formulieren und mit Metaphern und Vergleichen nur so um sich zu werfen, ohne dass es albern wirkt. 


„Manchmal plappert mein Mund einfach drauflos, und mein Hirn kommt kaum hinterher" "Das passiert dir oft, nicht wahr?"

S. 470

Fazit




Erst gegen Ende des Buches hat es mir besser gefallen, davor war mir die Story insgesamt zu langweilig und zu eintönig. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft. Der Schreibstil des Autors hingegen ist - abgesehen von den vielen unnötigen Abschweifungen - wirklich angenehm zu lesen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen