Samstag, 23. September 2017

[Books] Benjamin Ludwig - Ginny Moon hat einen Plan

[Books] Benjamin Ludwig - Ginny Moon hat einen Plan


*Werbung / Rezensionsexemplar! Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an HarperCollins für die Bereitstellung! 


Über das Buch


Titel: Ginny Moon hat einen Plan Originaltitel: Ginny Moon 
Autor: Benjamin Ludwig Übersetzer: Edith Beleites Verlag: HarperCollins 
Preis: 18,00€ Genre: Roman Format: Gebunden Seitenanzahl: 381 
ISBN: 978-3-95967-099-9 Original Erscheinungsdatum: 2017 
Deutsches Erscheinungsdatum: 2017 |

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Ginny Moon ist vierzehn Jahre alt, liebt Michael Jackson - und wenn sie nicht jeden Morgen neun Trauben frühstücken kann, droht der Tag in einer Misere zu versinken. Bei ihren dritten Pflegeeltern hat sie endlich ein Zuhause gefunden. Andere wären jetzt glücklich. Aber Ginny versteht die Welt nach ihrer eigenen Logik. Ob ihre leibliche Mutter nun gemeingefährlich ist oder nicht: Ginny muss sie findet. Dafür nimmt sie nicht nur Verfolgungsjagden mit der Polizei und die eigene Entführung in Kauf, sondern muss auch lernen, dass sich das Leben manchmal nicht in ungeraden Zahlen fassen lässt...


Erster Satz


"Das elektronische Plastikbaby hört nicht auf zu weinen."



Autor



"Benjamin Ludwig unterrichtet Englisch und Creative Writing und lebt mit seiner Familie in New Hampshire. Er und seine Frau sind selbst Adoptiveltern eines autistischen Teenagers. Ginny Moon hat einen Plan ist sein erster Roman. Inspiriert haben ihn Gespräche, die er mit Eltern beim Basketball-Training für die Special Olympics geführt hat." 



Cover und Titel



Das Cover ist voller bunter Punkte und passt sehr gut, denn Ginnys Sicht auf die Welt ist bunt und anders, aber ihr Leben muss auch sehr strukturiert sein, eben genau so wie die bunten Punkte. Und auch der Titel passt hervorragend zum Inhalt des Buches. Cover und Titel haben auf jeden Fall Wiedererkennungswert und machen einfach Lust auf das Buch! 



Meine Meinung


Ginny Moon ist nicht wie andere Kinder. In vielerlei Hinsicht. Zum einen ist sie das Adoptivkind ihrer neuen Pflegefamilie, denn Ginnys biologische Mutter hat sie nicht gut behandelt. Zum anderen ist sie autistisch. Deswegen sieht sie die Welt anders, als andere Kinder. Sie braucht Struktur in ihrem Leben und kann sich oft nicht so ausdrücken wie sie es möchte, oder wird zu schnell von anderen Dingen abgelenkt. Sie taucht dann in ihr Gehirn ab, so drückt Ginny es aus. Ginny hat jetzt neue Eltern. Eltern, die sie sehr gerne mag und auch das Blaue Haus gefällt ihr sehr gut, ihr neues Zuhause. Doch da ist etwas, das sie nicht loslassen kann. Etwas, das noch bei ihrer biologischen Mutter geblieben ist. Und als ihre Adoptiveltern ein eigenes Baby bekommen ist das Chaos perfekt - und Ginny bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, als sie sich auf die Suche nach ihrer biologischen Mutter und dem, was sie dort verloren hat, begibt...

„Manchmal kann ich Dinge nicht gleich zu Ende denken. Ich werde abgelenkt und vergesse, womit ich mich näher beschäftigen sollte oder wollte. Oder ich tauche so tief in mein Gehirn, dass ich vergesse, was ich wissen sollte."
S. 31


Der Schreibstil des Autors ist flüssig und leicht zu lesen und wirkt sehr lebendig. Die gesamte Geschichte wird aus Sicht von Ginny geschrieben, sodass man einen sehr guten, überzeugenden Einblick in ihre Sicht- und Denkweise bekommt. Dadurch kann man vieles sehr gut nachvollziehen. Man merkt auch sofort, dass der Autor sehr viel Ahnung von Autismus hat und damit, wie viele autistische Kinder die Welt sehen. Die Geschichte von Ginny ist interessant zu lesen, manchmal sehr lustig und dann auch wieder sehr traurig. Ihre Vergangenheit ist tragisch und lässt sich nicht einfach ausradieren, sodass Ginny auf die Hilfe einer Psychologin angewiesen ist. Ihre Pflegeeltern sind oftmals überfordert, insbesondere nachdem ihre Herzensmutter eine eigene Tochter bekommen hat. Sie scheint beinahe Angst vor Ginny zu haben und zieht sich völlig von ihr zurück. In diesen Momenten möchte man am liebsten in das Buch steigen und Ginny erklären, dass sie geliebt wird und dass sie sich keine Sorgen machen soll. Alles in allem wird Ginny und ihre gesamte Situation recht authentisch dargestellt, auch - oder gerade weil - es mitunter sehr chaotisch zugeht und sich Ginny Pläne ausdenkt, bei dem man nur staunend den Kopf schütteln kann. 



„Nirgendwo gehöre ich hin. Weil ich (-Ginny) bin. Gespenster müssen sich fühlen wie ich jetzt. Oder Menschen ohne Gesichter. Keiner kennt mich, und ich habe nicht mal ein Haus oder ein Auto oder wenigstens einen Koffer, in dem ich mich verstecken könnte."
S. 347


Der Roman hat einige Überraschungen auf Lager, auch wenn mir schon ziemlich schnell klar war, was es mit der Puppe auf sich hat, und warum Ginny wieder zurück will. Dennoch fand ich es von Anfang bis Schluss sehr interessant zu lesen, weil ich wissen wollte, was sich Ginny als nächstes einfallen lässt und wann der Rest der Welt endlich lernt, sie zu verstehen. Alles in allem ein tolles, spannendes und emotionales Buch über ein autistisches und misshandeltes Mädchen und ihre Sorgen und über ihren Kampf, das richtige tun zu wollen. Eine Geschichte, die noch lange in einem nachhallt und die einen wirklich berührt. 




„Jedes Mal war das Gleiche mit mir nicht in Ordnung: dass ich auf der falschen Seite des Gleichheitszeichens stand. Immer musste ich mich subtrahieren, weil ich nicht war, wo ich hingehörte."
S. 355

Fazit


Emotional und interessant bis zum Schluss. Ein wundervoller Debüt-Roman, den Benjamin Ludwig da vorgelegt hat! Sehr tiefgründig und zutiefst berührend, Ginny geht einem einfach direkt unter die Haut! Ginnys Sicht auf die Welt ist unglaublich authentisch dargestellt und ihre Geschichte erzählt von einem Mädchen, das anders ist, aber letztlich doch einfach nur verstanden und geliebt werden möchte. Mehr als lesenswert! 


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